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Man könnte fast sagen, ich bin im Pferdestall groß geworden. Nicht, dass wir keine Wohnung gehabt hätten - ich hatte sogar ein eigenes Zimmer - aber wenn man mich suchte, hatte man im Stall mehr Glück.
Sehr früh erkannte ich für mich: Die ehrlichsten Freunde finde ich unter den Vierbeinern. Ob das zu Haus mein Kater Felix war, der eben nur zum Schmusen kam, wenn ihm danach war; oder meine Stute Mandy, die mir zwar nicht selbst gehörte, zu der ich aber, ohne je ein super Reiter gewesen zu sein, eine besondere Beziehung hatte. Vielleicht deshalb, weil niemand sonst sie mochte. Sie war sehr eigensinnig und ziemlich hässlich: groß, dürr, 08-15-braun und mit einer krummen Nase…. Aber ich habe sie geliebt wie sie war. Und Mandy? Sie gab mir all diese Liebe zurück. Sie folgte mir überall hin. Später machte ich ihr nicht einmal ein Halfter drauf. Wozu auch? Körperlich war ich ihr meilenweit unterlegen. Da war etwas anderes zwischen uns.
Leider übertrug ich Jahre danach diese wunderbare Erfahrung nicht auf das Zusammenleben mit meinem ersten Hund. Viel zu viele Leute samt einschlägiger Literatur waren der Meinung, mir den richtigen Umgang mit Hunden erklären zu müssen, sodass ich mit meinem Schäferhundrüden Skipper eine Odyssee von Abrichtungsmethoden durchmachte, für die ich mich am liebsten im Nachhinein bei ihm entschuldigen möchte.
Doch endlich traf ich 2006 einen gewissen Herrn Uli Köppel, der mir erklärte, dass Ausbildung nichts ist, sondern Be- und Erziehung alles. Jetzt konnte ich mir auch das Verhältnis zu Mandy erklären. Meine junge Hündin Scully profitierte zum Glück recht früh von meiner "Rückkehr" zur Beziehungsarbeit und vor allem von dem, was ich von Uli gelernt habe.
Jetzt möchte ich gern jenen, die auf der Suche nach einer echten und artgerechten Beziehung zu ihrem Hund sind, helfen, sich so eine Odyssee zu ersparen oder wenigstens zu verkürzen.
Ihre Jeannette Güldner
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